Willkommen auf der Burg Gössweinstein
                                 - Ein Kleinod in der Fränkischen Schweiz -                      

 - Die Geschichte der Burg Gössweinstein -

Eine der ältesten Burgen der Fränkischen Schweiz. Das genau Baujahr ist ungewiss, da es keine detaillierten schriftlichen Zeugnisse oder Untersuchungen gibt. Graf Gozwin hat die Burg Gößweinstein aber noch vor 1062 zur Festung ausgebaut. In einer schriftlichen Nachricht des Bamberger Domedekans Poppo an Bischof Gunther aus 1062 heißt es „sein Stein (=Feste) sei mit größter Mühe ausgebaut“. In dieser Zeit lieferten sich die Grafen Gozwin und Hermann von Habsberg eine verheerende Fehde.

Bereits vor 1243 mussten die Bamberger Bischöfe Gößweinstein an Eberhard V. von Schlüsselberg verpfänden. Erst nach 1308 wurde die Veste mit den zugehörigen Dörfern zur Durchführung der Testamentsbestimmungen Gottfrieds I. von Schlüsselberg an Bamberg zurückgegeben. Das älteste bischöfliche Urbar von 1323/27 bezeichnet Gößweinstein als Burg und Amt des Hochstifts. Letzteres wurde 1637 mit Pottenstein zusammengelegt.

In der Hauptburg befand sich ein Turm, der 1510 und noch 1598/99 nachgewiesen ist. Er wurde im 17. Jahrhundert abgebrochen, ist aber keinesfalls mit dem heutigen Schneckenturm an der Nordostecke der Kemenate gleichzusetzen. Letzterer wurde erst bei größeren Baumaßnahmen nach einem 1690 erfolgten Blitzschlag erbaut. Das Amtsknechtshaus neben der ehemaligen Königsfeldschen Behausung südöstlich unterhalb der Burg wurde 1712/13 abgebrochen und in größerem Umfang neu aufgebaut. Im gleichen Jahr ersetzte man die Holztreppe vor dem unteren Tor durch eine Erdaufschüttung mit einer Steinmauer. Die St. Lorenz geweihte Burgkapelle wurde 1720 abgebrochen.

Nachdem das ziemlich verfallene Schloss 1747 ausgebessert worden war, zog man 1785 seinen Abbruch ernsthaft in Erwägung. Doch Bamberg entschied sich schließlich für eine gründliche Instandsetzung. Hierbei legte man für den Vogt einen gedeckten hölzernen Treppenaufgang an, der fünf Meter westlich des Amtsknechtshauses begann und in 150 Stufen zur Kemenate hinauf führte. Nach dem Übergang an Bayern wurde das Rentamt von Pottenstein auf die Burg Gößweinstein verlegt und diese daher noch einmal 1809/10 renoviert. Um weitere Kosten auf die Dauer zu vermeiden, trug man die baufälligen Giebel der Kemenate zugunsten eines Walmdaches ab. In diesem Gewand zeigt sich das Schloss auf vielen Stichen und Lithographien der Romantik.

1875 verkaufte das Königreich Bayern die Burg an Edgar Freiherrn von Sohlern, dessen Erben sie noch heute besitzen. Die neuen Burgherren bauten 1890 das Schloss im Sinne der Neugotik um, wobei das Hauptgebäude Treppengiebel erhielt. Der Schneckenturm wurde anstelle des achteckigen Schieferdaches mit einem vorkragenden Obergeschoß und Zinnenkranz versehen. Auch das Pultdach des östlichen Vorbaues musste weichen; hier entstand eine Altane mit Balustrade. Beseitigt wurden ferner der 1787 geschaffene Treppenaufgang und im Vorhof der Amtsstadel mit den zwei Zisternen.
Der Aufgang vom Ort her war durch die Königsfelder Burghut mit ihrer festen Behausung gesichert. Hier darf man wohl ein äußeres Tor vermuten, das nach 1525 nicht mehr errichtet wurde. Die Straße zum Schloss wurde 1877 ausgebaut. Hierbei hatte man die Lücke zwischen zwei Felsgruppen, wo sich einst das Tor zum Vorhof befand, wesentlich erweitert. An dieser Stelle liegt heute der Wasserbehälter des Marktes. In einer Spitzkehre führt die Straße in den ehemaligen Vorhof. Der Graben, der ihn einst nach Westen abschirmte, ist nun gänzlich mit Bauschutt aufgefüllt. Im nördlichen, tiefer gelegenen Teil des Vorhofes darf man die 1348 genannte Egloffsteiner Burghut vermuten. Das Tor zur Hauptburg war vom Vorhof her nicht sichtbar und konnte somit von einem eingedrungenen Gegner nicht eingeschossen werden. Dagegen konnten die Verteidiger den Weg von den Zwingern aus wirksam bestreichen.
Der Weg ins Innere der Hauptburg wurde durch zwei weitere Tore gesichert. Öffnete das untere Burgtor den südlichen Zwinger, so befand sich das mittlere Tor in einer Mauer, die sich von der westlichen Giebelwand der Kemenate zur Außenmauer zieht. Letzteres führt in den westlichen Zwinger. Dieser war früher durch eine weitere Mauer vom höheren Burghof getrennt, die vom oberen Tor durchbrochen war. Es ist längst abgetragen; drei Meter westlich de Zisterne muss man es sich vorstellen. Der ehemalig Eingang zum Hauptgebäude lag auf der Nordseite im ersten Obergeschoss und war mittels eines hölzerne Treppenbaues zugänglich, den man im Ernstfall leicht einlegen konnte. Der einstige Registrierbau wurde nach 1890 zur Kapelle umgestaltet. Daneben erkennt man noch das Burgverlies.

- Chronik der Burg -

1076
Erste urkundliche Dokumentation
Bischof Burkhard von Halberstadt war Gefangener auf der Burg
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1102
Schenkung an das Hochstift Bamberg
Einsetzen von Burggrafen die dem Geschlecht Schönefeld entstammten
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1243
Verpfändung an Eberhard von Schlüsselberg
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1308
Durch den Tod von Gottfried I. von Schlüsselberg
Rückgabe an die Bamberger Bischöfe – Nutzung als Hochstift
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1430
Erste mögliche Zerstörung im Hussitenkrieg
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1525
Niedergebrannt nach Aufstand im Bauernkrieg
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1532
Wiederherstellung durch die Einwohner Gößweinsteins, Abriss des Bergfrieds (Hauptturm)
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1605
Umbau und Sanierung durch Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel
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1694-97
Errichtung eines schlanken Schneckenturms
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1731-70
Nutzung als Jägerwohnung und Getreidelager
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1770
Die Vogteien Gößweinstein und Wolfberg ziehen ein
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1785
Gründliche Instandsetzung durch das Bistum Bamberg
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1809-10
Renovierungsarbeiten (das alte Giebeldach wich einem Walmdach) und Einzug des Rentamts Pottenstein
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1875
Verkauf durch das Königreich Bamberg – Edgar Freiherr von Sohlern erwirbt die Burg
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1890
Eingreifende Restaurierung im Sinne der Burgenromantik in den heutigen neogotischen Stil
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1973
Grundlegende Sanierung
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2013
Der Burgherr Michael Freiherr von Sohlern verstirbt. Nach seinem letzten Wunsch geht die Burg an die neuen Eigentümer, Familie Layritz aus Gößweinstein.
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ab 2013 bis heute
umfangreiche Sanierung und Neubau eines Kiosk und Neuanlegung eines Biergartens
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